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Stempeln

Ein Stempel, ein Kissen, Papier – und eine Handbewegung, die man in fünf Minuten lernt und danach nicht mehr verlernt. In dieser Rubrik geht es um Holz- und Motivstempel mit Farbe: wie ein Abdruck gleichmäßig wird, welches Kissen zu welchem Motiv passt, wie man Stempel reinigt… Weiterlesen

Was gehört zum Stempeln dazu?

Ein Stempel, ein Kissen, Papier – und eine Handbewegung, die man in fünf Minuten lernt und danach nicht mehr verlernt. In dieser Rubrik geht es um Holz- und Motivstempel mit Farbe: wie ein Abdruck gleichmäßig wird, welches Kissen zu welchem Motiv passt, wie man Stempel reinigt und lagert, damit das Gummi nicht hart wird.

Der Unterschied zwischen Holz- und Motivstempeln liegt weniger im Ergebnis als im Umgang: Ein Holzstempel hat einen festen Griff und wird blind aufgesetzt, ein transparenter Stempel auf einem Acrylblock lässt sich vor dem Abdruck genau positionieren. Für Bordüren und wiederkehrende Muster ist das Holz schneller, für einzelne Motive an einer bestimmten Stelle der Block genauer.

Nicht dazu gehört das Siegeln mit Wachs. Der Handgriff sieht ähnlich aus, aber alles daran ist anders – Temperatur statt Farbe, Sekunden statt Sekundenbruchteile, Messing statt Gummi. Das steht bei den Beiträgen zum Siegeln.

Wie wird ein Abdruck gleichmäßig?

Senkrecht aufsetzen, kurz mit gleichmäßigem Druck halten, gerade abheben. Nicht wippen, nicht schieben. Das Wippen ist der Reflex, mit dem fast jeder anfängt – man will die Ränder „mitnehmen" und bekommt stattdessen einen doppelten Umriss, weil das Gummi beim Kippen kurz versetzt wieder aufsetzt.

Die zweite Regel betrifft den Anfang: Der erste Abdruck ist immer blass. Neues Gummi muss Farbe erst annehmen, und bis dahin bleibt der Auftrag ungleich. Zwei, drei Probeabdrücke auf Restpapier – danach sitzt er. Wer das weiß, verschwendet nicht den ersten Bogen guten Papiers an eine Erkenntnis, die auch ein Schmierzettel liefert.

Was geht am häufigsten schief?

Der dritte Abdruck verschmiert. Zu viel Farbe. Zwischen den Abdrucken nicht jedes Mal neu aufs Kissen tupfen – ein gut geladener Stempel trägt zwei bis drei saubere Abdrucke, erst danach lohnt Nachladen.

Feine Linien laufen zu. Das ist eine Frage des Kissens, nicht des Stempels: Für feine Linien braucht es ein pigmentiertes Kissen mit flacher Oberfläche, für Flächen eines mit weicherem Auftrag. Ein weiches Kissen auf einem filigranen Motiv drückt Farbe in die Zwischenräume, und aus dem Muster wird ein Fleck.

Der Holzgriff löst sich. Meistens die Folge des Reinigens. Über das Gummi wischt man mit einem feuchten Tuch – den Holzgriff hält man dabei trocken. Nie einweichen: Wasser löst den Leim zwischen Griff und Gummi, und das merkt man erst Wochen später.

Nach Monaten ist das Gummi hart. Eine Frage der Lagerung. Stempel liegen mit dem Motiv nach unten oder flach, trocken und ohne direkte Sonne – nicht gestapelt. Sonnenlicht härtet Gummi aus, und ein gestapelter Stapel drückt die unteren Motive über Wochen platt.

Weiter im Ratgeber

Der Beitrag mit der ganzen Handbewegung:

Verwandte Themen: Siegeln mit Wachs – dieselbe Bewegung, andere Physik. Und Geschenke verpacken, wo ein gestempelter Streifen die Schleife ersetzt.

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