Gefühlskarten: so nutzt du sie
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Gefühlskarten zeigen auf jeder Karte ein Gefühl, als Bild und als Wort. Sie helfen, für das, was man spürt, einen Namen zu finden – und darüber ins Gespräch zu kommen, ohne auszufragen. Am besten fängt man mit wenigen bekannten Gefühlen an und nimmt die feineren erst dazu, wenn die ersten sitzen. Dieser Beitrag zeigt, wie das geht, welche Spiele sich eignen und was Gefühlskarten nicht leisten können.
Was sind Gefühlskarten?
Gefühlskarten, auch Emotionskarten genannt, sind Karten, die je ein Gefühl als Bild und als Wort zeigen. Sie geben Gefühlen einen Namen, damit man sagen kann, was in einem vorgeht, statt es nur zu zeigen.
Wer enttäuscht und müde zugleich ist, wirkt von außen einfach nur schlecht gelaunt. Ein Wort für das, was man spürt, macht den Unterschied: Wer sagen kann „ich bin enttäuscht“, muss es oft nicht mehr mit dem ganzen Körper zeigen. Gefühlskarten liefern diese Wörter – und ein Bild dazu, das man auf einen Blick versteht.
In unserem Set sind es 32 Karten. Vorne steht jeweils ein Monster mit dem Namen des Gefühls, etwa Freude, Angst, Mut oder Enttäuschung. Hinten steht ein kurzer Text in Du-Form, meist mit einem Beispiel aus dem Alltag.
Mit welchen Karten fängt man an?
Mit fünf bis sechs Gefühlen, die jeder kennt, etwa Freude, Trauer, Angst, Wut, Ekel und Überraschung. Feinere Gefühle wie Enttäuschung, Frustration oder Unsicherheit kommen dazu, wenn die ersten sicher sitzen.
32 Karten auf einmal sind meist zu viel. Leg anfangs nur die Karten aus, deren Gefühle im Alltag ständig vorkommen, und nimm nach und nach weitere dazu – am besten dann, wenn ein passender Moment war: nach einem verlorenen Spiel die Enttäuschung, vor etwas Neuem die Aufregung.
Lohnend sind Paare, die sich ähnlich anfühlen, aber nicht dasselbe sind: Genervtheit und Wut, Angst und Nervosität, Zufriedenheit und Stolz. Wer den Unterschied benennen kann, kann leichter sagen, was er braucht.
Wie benutzt man Gefühlskarten im Alltag?
Am einfachsten mit einer festen Frage zu einer festen Zeit, zum Beispiel beim Abendessen: Welche Karte passt zu deinem Tag? Jeder wählt, erzählt, wenn er mag – und die Antwort wird nicht bewertet.
Eine feste Gelegenheit nimmt dem Gespräch das Verhör. Morgens beim Frühstück, abends zum Tagesabschluss oder einmal pro Woche in der Familien- oder Teamrunde: Jeder zieht die Karte, die gerade passt. So wird sichtbar, dass alle Angst oder Enttäuschung kennen.
Wichtig ist, was danach kommt. Nachfragen wie „Wann hast du das gespürt?“ öffnen das Gespräch, ein „Das musst du doch nicht“ schließt es. Es gibt keine falschen Karten – auch nicht, wenn jemand an einem schönen Tag die Trauer zieht.
Welche Spiele gehen mit Gefühlskarten?
Gefühle raten mit Pantomime, Geschichten erzählen, Karten nach angenehm und unangenehm sortieren oder ähnliche Gefühle der Stärke nach ordnen. Alle vier gehen ab zwei Mitspielern und ohne weiteres Material.
- Gefühle raten: Einer zieht verdeckt eine Karte und spielt das Gefühl ohne Worte vor, die anderen raten. Wer richtig rät, ist als Nächstes dran.
- Geschichte weiterspinnen: Drei Karten aufdecken, und daraus entsteht eine Geschichte – „Erst war das Monster aufgeregt, dann …“. Das übt, dass Gefühle wechseln.
- Sortieren: Welche Gefühle fühlen sich angenehm an, welche unangenehm, welche beides? Über die dritte Gruppe, etwa Aufregung oder Überraschung, entstehen oft die besten Gespräche.
- Gefühle-Leiter: Ähnliche Gefühle der Stärke nach ordnen, zum Beispiel Zufriedenheit, Freude, Begeisterung oder Genervtheit, Frustration, Wut. Das hilft, nicht nur zu sagen, was man fühlt, sondern auch wie stark.
In Gruppen, etwa in der Schule, eignen sich Raten und Sortieren; die Rückseitentexte geben dabei die Erklärung vor, die sonst jemand frei formulieren müsste.
Was können Gefühlskarten nicht?
Sie ersetzen keine Fachleute. Gefühlskarten erleichtern das Gespräch über Gefühle; wenn jemand lange bedrückt, ängstlich oder auffällig verändert ist, gehört das zu Ärztin oder Arzt, Beratungsstelle oder Therapie.
Karten geben Wörter, keine Diagnose. Sie helfen, über einen schlechten Tag zu sprechen, über einen Streit oder die Aufregung vor etwas Neuem. Wenn Sorgen bleiben – jemand schläft wochenlang schlecht, zieht sich zurück oder hat ständig Angst –, ist der richtige nächste Schritt das Gespräch mit Ärztin oder Arzt, einer Beratungsstelle oder Fachleuten, nicht die nächste Karte.
Auch in der Therapie werden Gefühlskarten eingesetzt, dort aber von Fachleuten und als ein Werkzeug unter vielen.
Häufige Fragen
Wie viele Gefühlskarten braucht man?
Für den Anfang fünf bis sechs. Mehr Karten lohnen sich, wenn die ersten sicher sitzen – dann helfen feinere Gefühle wie Enttäuschung oder Unsicherheit, genauer zu sagen, was los ist. Unser Set hat 32 Karten, die man nach und nach dazunimmt.
Welche Gefühle sind in unserem Set?
Alle 32: Albernheit, Angst, Aufregung, Begeisterung, Dankbarkeit, Einsamkeit, Ekel, Entspannung, Enttäuschung, Erleichterung, Freude, Frustration, Gelassenheit, Genervtheit, Langeweile, Liebe, Mut, Neid, Nervosität, Neugier, Scham, Schuld, Sicherheit, Stolz, Trauer, Überforderung, Überraschung, Unsicherheit, Verwirrung, Vorfreude, Wut und Zufriedenheit.
Gibt es gute und schlechte Gefühle?
Es gibt angenehme und unangenehme Gefühle, aber keine falschen. Angst warnt, Enttäuschung zeigt, dass einem etwas wichtig war. Wer das weiß, kann auch unangenehme Gefühle leichter benennen.
Was tun, wenn keine Karte passt?
Nachfragen, wie es sich anfühlt, und gemeinsam die nächstliegende Karte suchen – oder zwei Karten zusammenlegen. Oft passt nicht ein Gefühl, sondern eine Mischung, etwa Freude und Aufregung.
Warum Monster statt Gesichter?
Monster haben kein erkennbares Alter und Geschlecht, jeder kann sich in ihnen wiederfinden. Ihre übertriebene Mimik und Haltung sind leicht zu lesen, und über ein Monster lässt sich oft leichter sprechen als über sich selbst.
Eignen sich Gefühlskarten für Gruppen?
Ja, besonders für Gesprächsrunden und Spiele wie Gefühle raten oder Sortieren, etwa in der Schule oder im Team. Die Erklärtexte auf der Rückseite geben eine einheitliche Beschreibung vor, auf die sich alle beziehen können.